ROTER RIESE
Neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr Kirchsteinbek
Jetzt ist es da, das neue Löschfahrzeug der FF-Kirchsteinbek. Es ist ein Löschfahrzeug LF-KatS (MAN / BUND) der Firma Lentner. Es wurden insgesamt 25 Fahrzeuge in Hamburg verteilt, nachdem sie am 08.12.2010 bei einer Feierstunde am Michel den Wehren übergeben wurden. Es werden in den nächsten Tagen noch ein paar Umbauten am Fahrzeug gemacht, bevor es dann in den Einsatzdienst genommen wird. (dh)
25 NEUE LÖSCHFAHRZEUGE FÜR HAMBURG
Die Überführungsfahrt
Es war lange Zeit nicht klar, ob es noch jemals Kats-Löschfahrzeuge vom Bund für Hamburg geben sollte. Doch jetzt, im Jahr 2010, ist es tatsächlich so weit, die Freie und Hansestadt Hamburg bekommt eine größere Anzahl neuer Löschgruppenfahrzeuge vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Anders als bei den kommunalen Fahrzeugen, die nach Hamburg geliefert werden, müssen die Bund-Fahrzeuge meist direkt bei einer Stelle des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz abgeholt werden. Am 2. Dezember versammelten sich sehr früh morgens 25 Fahrerteams, um ebenso viele Fahrzeuge von Bonn nach Hamburg zu überführen. Begleitet wurden die Teams vom Landesbereichsführer und Mitgliedern der Beschaffungsstelle für Fahrzeuge der Feuerwehr Hamburg.
Treffpunkt war morgens um 5:00 Uhr die Hauptfeuerwache am Berliner Tor. Nach Überprüfung der Vollständigkeit und dem Vorhandensein gültiger Fahrerlaubnisse fuhren wir alle mit einem Bus der Polizei nach Bonn-Dransdorf. Selbst für Verpflegung, ansonsten bei der Feuerwehr leider oft ein Schwachpunkt, wurde gesorgt und war nicht zu beanstanden. Auf Grund der Wetterlage, es hatte in der Nacht geschneit und es war recht kalt, rechneten wir schon mit einer langen Fahrt und einer noch späteren Rückkehr in Hamburg. Die Stimmung im Bus war gut und es ging sehr zügig voran. Kurz nach elf Uhr erreichten wir die Außenstelle des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und konnte einen ersten Blick auf unsere neuen Fahrzeuge werfen.
Nach der ersten Kontaktaufnahme mit den dortigen Mitarbeitern wurde den Fahrerteams der Ablauf der Übernahme erklärt und als erstes eine Einweisung für die Fahrer durchgeführt. Es zeigte sich sehr schnell, dass viele Funktionen oder auch Ein- und Umbauten der Fahrzeuge in keinen Bedienungsanleitungen auftauchen würden. Es galt also bei der Einweisung ordentlich aufzupassen. Nach dieser Einweisung bekamen die Teams ihr Fahrzeug zugeteilt.
In Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter des BBK war es nun die Aufgabe, die Vollständigkeit des Fahrzeuges anhand der Stücklisten zu überprüfen. Parallel war meist der zweite Mann eines Teams damit beschäftigt das Fahrzeug für die Rückfahrt Schnee- und Eisfrei zu bekommen. Anschließend sammelten sich jeweils acht Fahrzeuge und wurden zu einem Konvoi zusammengestellt. Geführt von einem PKW der Feuerwehr Hamburg starteten wir um 15:00 Uhr Richtung Hamburg.
Das Wetter hatte sich in den letzten Stunden etwas gebessert. Es war zwar kalt, aber es fielen keine Niederschläge mehr und so war der erste Teil der Rückfahrt als angenehm zu betrachten. Vermutlich lagen wir sogar so gut in der Zeit, dass uns das Navigationsgerät des Führungsfahrzeuges noch zu einer Stadtrundfahrt durch Köln einlud. Die Rundfahrt endete dann aber doch recht abrupt, nachdem wir vor einer Überführung standen, die zwanzig Zentimeter zu wenig Höhe aufwies. Es wurde also gewendet und versucht den richtigen Weg zu finden. Im Funk hörte man schon Funksprüche wie " … eine Fahrzeugübergabe auf dem Kölner Domplatz wäre doch auch nicht übel !". Es wurde alles nicht so tragisch genommen, man wusste ja nicht, was noch alles kommen sollte.
Wir fanden dann doch noch die richtige Autobahn und konnten endlich einige Kilometer Richtung Hamburg zurücklegen. Langsam legte sich die Dunkelheit über das Land und wir merkten, dass auf Grund einsetzender Glätte eine vorsichtige Fahrweise angebracht war. Ganz besonders merkte dies ein Löschfahrzeug, das etwa zehn Kilometer hinter uns fuhr. Ein vor ihm fahrender LKW kam ins Schleudern und blieb quer auf der Autobahn stehen. Hier half nur eine Vollbremsung, die allerdings wegen der Glätte in einer Pirouette endete – zum Glück ohne jeden Schaden. Inzwischen hatten wir von der vor uns fahrenden Gruppe erfahren, dass die Verkehrslage zwischen Bremen und Hamburg ebenfalls sehr angespannt war. Wir hatten uns deshalb mit den anderen Fahrzeugen abgesprochen vorher noch einmal zu tanken. Ein Autohof im Tecklenburger Land war das Ziel. Alle anwesenden Fahrzeuge wurden aufgetankt und wir wollten eigentlich sofort wieder auf die Autobahn, doch jetzt gab es ein technisches Problem. Ein Fahrzeug lies sich zwar starten, aber es war nicht möglich eine Fahrstufe der Automatik einzulegen. Wir warteten und hofften alle, dass es gleich weitergehen könnte, aber diesen Gefallen tat uns das Fahrzeug nicht. Inzwischen kam auch die dritte Gruppe, begleitet von den „Obereren", zum Tanken auf den Autohof gefahren. Es wurde sich kurz ausgetauscht und beschlossen, dass alle fahrtüchtigen Fahrzeuge ihren Weg fortsetzen sollten. Inzwischen zeigten die Uhren auch schon fast 22 Uhr und es galt mal wieder einige Kilometer zu schaffen. Bis kurz vor Bremen lief es ganz gut, doch dann kamen wir in einen Stau, der uns eine Stunde totalen Stillstand brachte. Kurz nach Mitternacht kamen wir an Bremen vorbei und tasteten uns weiter nach Hamburg vor. Gegen 1:45 Uhr erreichten wir dann endlich F 03 und parkten das Fahrzeug dort bei heftigem Schneefall ein. Irgendwie wollten wir dann nur noch nach Haus.
Das ausgefallene Fahrzeug konnte seine Fahrt nach ungefähr drei Stunden fortsetzen. Die Fahrzeugelektronik gaukelte bei dieser Störung einen eingeschalteten Nebenantrieb vor. Die Ursache der Störung war letztendlich eine defekte Sicherung – so etwas hätte es beim 1113 bestimmt nicht gegeben.
Auch wenn die Fahrt auf Grund der bescheidenen Wetterverhältnisse recht anstrengend war, so war es doch etwas Besonderes und man wird diesen Tag bestimmt in guter Erinnerung behalten.
V.Timmann
FREIWILLIGE
FEUERWEHR
KIRCHSTEINBEK